Wenn wir an Sonnenschutz denken, denken die meisten Menschen zunächst an UV-Strahlen. Und das zu Recht: UVA- und UVB-Strahlung sind die wichtigsten Faktoren für Sonnenbrand, Hautalterung und langfristige Hautschäden.
In den letzten Jahren wird jedoch zunehmend auch über Blaulicht (High Energy Visible Light, HEV) gesprochen. Dieses hochenergetische sichtbare Licht kommt sowohl im Sonnenlicht als auch in digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets und Computerbildschirmen vor.
Doch welche Rolle spielt Blaulicht tatsächlich für die Haut und wie relevant ist Schutz davor?
Was ist Blaulicht?
Blaulicht ist Teil des sichtbaren Lichtspektrums im Bereich von etwa 400–490 nm. Es ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts und wird zusätzlich von künstlichen Lichtquellen und Bildschirmen abgegeben.
Wichtig dabei:
Der größte Anteil der Blaulichtexposition stammt weiterhin von der Sonne, nicht von digitalen Geräten.
Welche Auswirkungen kann Blaulicht auf die Haut haben?
Die Forschung zu Blaulicht wächst, ist jedoch noch weniger umfangreich als bei UV-Strahlung. Studien zeigen mehrere mögliche Effekte:
Oxidativer Stress
Blaulicht kann die Bildung freier Radikale fördern, die mit Hautalterung und dem Abbau von Kollagen in Verbindung stehen.
Hyperpigmentierung
Sichtbares Licht kann die Melaninproduktion stimulieren und Pigmentflecken verstärken, insbesondere bei dunkleren Hauttypen.
Entzündungsprozesse
Einige Studien deuten darauf hin, dass Blaulicht entzündliche Prozesse in der Haut begünstigen kann.
Wichtig ist jedoch:
Viele Studien basieren auf Lichtintensitäten, die eher dem Sonnenlicht als der Bildschirmexposition entsprechen.
Warum UV-Schutz weiterhin Priorität hat
Trotz der Diskussion um Blaulicht bleibt UV-Strahlung der wichtigste Faktor im Sonnenschutz.
UVB-Strahlen
- verursachen Sonnenbrand
- können DNA-Schäden auslösen
- erhöhen das Hautkrebsrisiko
UVA-Strahlen
- dringen tief in die Haut ein
- fördern vorzeitige Hautalterung
- bauen Kollagen und Elastin ab
Dermatologisch gilt daher:
Ein Breitband-Sonnenschutz gegen UVA und UVB ist die wichtigste Grundlage jeder Hautpflege.
Blaulichtschutz kann als ergänzende Strategie sinnvoll sein, insbesondere bei Neigung zu Pigmentflecken.
Moderner Sonnenschutz denkt ganzheitlich
Moderne Formulierungen kombinieren heute mehrere Schutzmechanismen:
- Breitband-UV-Schutz (UVA & UVB)
- zusätzlicher Schutz vor sichtbarem Licht wie Blaulicht
- Antioxidantien gegen freie Radikale
- barrierestärkende Inhaltsstoffe
Unser Sonnenschutzfluid SPF 50+ vereint diese Ansätze: moderne UV-Filter, Blaulichtschutz sowie pflegende Inhaltsstoffe wie Ceramide und Hyaluron zur Unterstützung der Hautbarriere.
Fazit
UV-Strahlung bleibt der wichtigste externe Faktor für Hautalterung und Hautschäden. Ein täglicher Sonnenschutz mit hohem UVA- und UVB-Schutz sollte daher immer Priorität haben.
Gleichzeitig kann auch Blaulicht zur Hautbelastung beitragen.
Ein moderner Sonnenschutz, der beides berücksichtigt und gleichzeitig pflegt, passt ideal zu unserem heutigen Lebensstil.
Eins ist klar: Der beste Sonnenschutz ist der, den man täglich gerne verwendet.
Quellen
- Campiche R, Curpen SJ, Lutchmanen-Kolanthan V, et al. Pigmentation effects of blue light irradiation on skin and how to protect against them. Int J Cosmet Sci. 2020;42(4):399-406. doi:10.1111/ics.12637
- He X, Jin S, Dai X, Chen L, Xiang L, Zhang C. The Emerging Role of Visible Light in Melanocyte Biology and Skin Pigmentary Disorders: Friend or Foe?. J Clin Med. 2023;12(23):7488. Published 2023 Dec 4. doi:10.3390/jcm12237488
- Visser WI, Amien A, Moola H, Naidoo K. Visible Light Protection Strategies for Diverse Populations. Dermatol Ther (Heidelb). 2026;16(2):833-854. doi:10.1007/s13555-025-01642-5