Neurodermitis: Symptome, Ursachen und Thearpie

#Hautgesundheit #Hautkrankheit #herbsom


Neurodermitis: Symptome, Ursachen und Thearpie


Autorin:
Kathrin Fesenmeyer


Datum:
02.03.2022

 

Neurodermitis verläuft in Schüben: In symptomfreien Phasen ist die Haut trocken, gereizt und manchmal schuppig. In akuten Phasen ist sie entzündet und juckt. Dabei können akute und weniger akute Ausschläge gleichzeitig an unterschiedlichen Hautstellen auftreten. 

Diese Symptome sind charakteristisch für das Krankheitsbild:

 

- Schuppige, trockene Haut

- Hautrötungen

- Rissige Haut

- Juckreiz, der sich abends und nachts verschlimmert

- Bläschen, die aufplatzen und nässen (Ekzeme)

- Knötchen und Pusteln

- Lederartige Verdickung und Vergröberung der Haut

 

    Bei Erwachsenen sind vor allem der Augen- und Stirnbereich, die Region um den Mund und der Hals und Nacken von der Krankheit betroffen. Ebenso tritt der Ausschlag im oberen Brustbereich und am Schultergürtel sowie an den Ellenbeugen und Kniekehlen auf.

    Ältere Erwachsene haben mit einem Ausschlag auf Händen und Füßen zu kämpfen. Unter den Haaren an der Kopfhaut bilden sich juckende Krusten, die Ränder der Ohrläppchen reißen ein und röten sich. Auch entzündete, juckende Lippen sind ein Anzeichen für Neurodermitis.

    Ursachen von Neurodermitis

    Als Ursachen von Neurodermitis kommen mehrere Faktoren zusammen. Grundsätzlich gilt: Die Vererbung legt das Risiko fest, aber erst die Umwelteinflüsse lassen die Krankheit ausbrechen.

    Vererbung macht anfällig

    Bei Neurodermitis-Patienten ist die Schutzfunktion der Hornschicht, der sichtbaren obersten Hautschicht , herabgesetzt. Dadurch führt der Kontakt mit Keimen, physikalischen und chemischen Reizen schnell zu Entzündungen. 

    Grund für diese Fehlfunktion der Hornschicht ist die Veränderung im Gen, der die Produktion vom Eiweiß Filaggrin hemmt. Als Folge baut die Haut ihre Hornschichtbarriere falsch auf und verliert Feuchtigkeit. Das Risiko für Neurodermitis wird also vererbt. 

    Atopische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem überempfindlich auf den Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen oder anderen Reizstoffen reagiert, erhöhen das Risiko für Neurodermitis. Wenn beide Eltern von einer oder mehreren atopischen Erkrankungen betroffen sind, steigt die Wahrscheinlichkeit von der Krankheit beim Kind auf 60-70%.

    Umweltreize führen zum Ausbruch

    Obwohl Neurodermitis genetisch bedingt ist, bringen erst Umweltreize die Krankheit zum Ausbruch. Dazu gehören zum Beispiel:

     

    - Umweltgifte wie Zigarettenrauch, Ozon, Dieselabgase

    - Schwüle, starke Hitze oder Kälte und schwankende Temperaturbedingungen

    - Trockene Luft

    - Falsche Reinigung der Haut, die zum Austrocknen führt: hautreizende Reinigungsmittel oder zu häufiges Waschen

    - Psychische Belastungen wie Trauer oder Stress

    - Hormonelle Faktoren wie Schwangerschaft oder Menstruation

    - Duft- und Konservierungsstoffe

    - Kleidung, die die Haut zum Schwitzen bringt (z. B. nicht atmungsaktives Nylon)

    - Kleidung, die auf der Haut scheuert (z. B. Wolle)

     

    Als Neurodermitis-Patient versuchst Du, deine individuellen Auslöser weitestgehend zu vermeiden oder du reduzieren. Wie das geht, liest Du unten in der Therapie.

    Allergie verstärkt die Krankheit

    Zwischen 30 und 40 Prozent der Neurodermitis-Patienten leiden an einer allergischen Form (atopische Dermatitis). Dabei reagiert das Immunsystem bei Kontakt mit Allergenen über und bildet Antikörper, die Entzündungen in der Haut hervorrufen. Solche Allergene können sein:

     

    - Hausstaubmilben

    - Pollen

    - Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Nüsse, Fisch, Weizen oder Soja

     

     Allergische Neurodermitis-Patienten leiden zusätzlich zu den klassischen Neurodermitis-Beschwerden auch an allergischen Symptomen wie Asthma oder Heuschnupfen. 

    Erhöhte Hygiene schwächt das Immunsystem

    In den westlichen Regionen hat die Zahl der Neurodermitis-Fälle in den letzten Jahren stark zugenommen. Forscher vermuten, dass es dafür einen gemeinsamen Grund gibt: Die gesteigerte Hygiene. So könnte das häufigere und gründlichere Reinigen der Haut negative Auswirkungen auf die Hautbarriere haben. Zudem kommen Menschen heute mit weniger infizierenden und allergieauslösenden Stoffen aus der Umwelt in Kontakt als noch vor 100 Jahren. Deswegen ist das Immunsystem im Alltag „unterbeschäftigt“ und spielt bei harmlosen Reizen verrückt. 

    Diagnose von Neurodermitis: Körperliche Untersuchung

    Die Neurodermitis wird durch eine körperliche Untersuchung vom Hautarzt diagnostiziert. Dafür orientiert sich der Arzt an diesen Fragen:

     

    Besteht über viele Monate hinweg ein stark juckender Ausschlag an den typischen Hautstellen?

    Kehrt der Ausschlag wieder?

    Hat die Erkrankung im Kindesalter begonnen?

    Bestehen beim Patienten selbst oder bei nahen Verwandten andere atopische Erkrankungen?

     

    Ein Allergietest kann einen Hinweis auf eine allergische Form der Neurodermitis geben. Dafür ritzt der Arzt kleine Allergenmengen in die Haut und bewertet das Ergebnis nach 15 Minuten. Allerdings zeigt ein positives Ergebnis nur an, dass eine Allergie besteht; nicht aber, dass das Allergen auch die Neurodermitis beeinflusst. Deswegen empfiehlt sich zur weiteren Diagnose ein Bluttest.

    Vorbeugung von Neurodermitis

    Da das Risiko von Neurodermitis vererbt wird, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen, die nachweislich vor der Krankheit schützen. Bei vielen Mitteln und Methoden ist die Wirkung nicht eindeutig oder nicht ausreichend erforscht. Dazu gehören zum Beispiel die Einnahme von Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren oder bestimmte Ernährungsformen wie der Verzicht auf Milchprodukte. 

    Behandlung von Neurodermitis: Keine Heilung, aber Abschwächung

    Als chronische Erkrankung ist Neurodermitis nicht heilbar. Bei der Behandlung geht es deswegen darum, Symptome zu lindern und symptomfreie Phasen zu verlängern.

    Basistherapie: Feuchtigkeit spenden

    Die Basistherapie dient dazu, die geschädigte Schutzschicht der Hornhaut  aufzubauen und die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Dazu werden rückfettende Cremes zweimal am Tag großzügig auf die Haut aufgetragen.

    Für diese Zwecke liefern wir von Herbsom unsere allergenfreie Basiscreme . Sie stärkt deine Hautbarriere und spendet deiner Haut Feuchtigkeit. Kombiniert mit Sanddornöl  erhältst du eine reichhaltige Basispflege für deine Haut. Und mit dem Malvenextrakt  kannst du deine gereizte Haut beruhigen und Entzündungen lindern. 

    Antientzündliche Maßnahmen: Haut beruhigen

    Bei starkem Juckreiz und Entzündungen helfen Kortisonsalben, die vom Hautarzt verordnet werden. Häufige Schübe lassen sich mit der Intervalltherapie in den Griff bekommen: Dabei wird zusätzlich zur Basistherapie an zwei Tagen in der Woche eine Kortisonsalbe aufgetragen.

    Weitere Maßnahmen

    In besonders schweren oder großflächigen Neurodermitis-Fällen wird Betroffenen eine Bestrahlungstherapie mit UV-Licht angeboten. Auch Tabletten, die bestimmte Reaktionen im Immunsystem hemmen, eignen sich zur Behandlung.

    Tipps für den Alltag mit Neurodermitis

    Neurodermitis kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Vor allem das Jucken stört den Schlaf und die Konzentrationsfähigkeit. Vielen Menschen sind ihre Hautausschläge auch unangenehm. Diese 5 Tipps erleichtern Dir den Alltag mit Neurodermitis.

     

    1. Auch wenn es juckt: Vermeide nach Möglichkeit Kratzen. Oberflächliche Kratzwunden können sich entzünden. Du kannst z. B. Baumwollhandschuhe beim Schlafen tragen, um deine Haut zu schonen.

    2. Trage glatte Stoffe wie Baumwolle statt irritierender Wolle.

    3. Hitze verschlimmert den Juckreiz. Dusche deswegen nur kurz und lauwarm und tupfe deine Haut trocken, statt zu rubbeln.

    4. Deine Hautpflegeprodukte sollten nach Möglichkeit frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein.

    5. Wasche deine Hände nur bei Notwendigkeit und verwende seifenfreie, pH-neutrale Produkte zur Reinigung.

       

      Quellen

      Fölster-Holst, R. (2017). Neurodermitis. Der Ophthalmologe, 114(6), 498–503. https://doi.org/10.1007/s00347-017-0495-x

      Höring, C. M. (2008). Neurodermitis. Der Hautarzt, 59(4), 308–313. https://doi.org/10.1007/s00105-008-1512-4

      Schmid-Grendelmeier, P. & Ballmer-Weber, B. K. (2010). Neurodermitis. Therapeutische Umschau, 67(4), 175–185. https://doi.org/10.1024/0040-5930/a000031

       

      KOMMENTARE