Die Sonne und die Haut!

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Die Sonne und die Haut!


Autorin:
Kathrin Fesenmeyer


Datum:
28.07.2022

 

Die Sonne sorgt sofort für gute Laune, sie ist wichtig für unser Wohlbefinden und für die Vitamin D Synthese. Die Sonne in Maßen zu genießen ist förderlich für unsere physische und psychische Gesundheit. Sie kann sogar bei der Behandlung und Vorbeugung einiger Krankheiten wie Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis, Osteoporose und Depressionen helfen. Nichtsdestotrotz birgt die Exposition mit der Sonne auch Gefahren. Welche das sind und was du tun kannst, um die Sonne sicher zu genießen, erfährst du in diesem Artikel.

 

UV-Strahlen und Hautkrankheiten

Etwa 70 Prozent der im höheren Alter auftretenden Hauterkrankungen sind UV-bedingt. Die auf die Erdoberfläche auftreffenden UV-Strahlen sind UV-A- und UV-B-Strahlen.

UV-B-Strahlen dringen in die Oberhaut ein, stören die Hautbarriere und können zu Sonnenbrand und dessen Spätfolgen wie Hautkrebs und Pigmentstörungen führen.

UV-A-Strahlen dringen bis in die tieferliegenden Schichten deiner Haut ein, lassen sie altern und erhöhen das Hautkrebsrisiko. 

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich um Verbrennungen ersten oder zweiten Grades und jede Rötung steigert dein Hautkrebs Risiko. Durch die UV-Belastung können also auch Hautirritationen und sichtbare Hautschäden wie Pigmentverschiebungen, Altersflecken, Falten und schließlich Hautkrebs entstehen.

 

Was genau ist ein Sonnenbrand (Dermatitis solaris)?

Der Sonnenbrand ist eine akute Entzündungsreaktion der Haut nach der Exposition mit UV-Strahlung. Die UV-Strahlung schädigt die Oberhaut (Epidermis), wodurch Entzünsdungs-mediatoren freigesetzt werden.

Zunächst äußert sich ein Sonnenbrand durch Juckreiz und Schmerzen. Später folgen Rötungen und Schwellungen. Bei sehr schwerem Sonnenbrand kann es zur Blasenbildung und sogar zu Allgemeinsymptomen wie Fieber und Übelkeit kommen. Die Symptome treten meistens 6 bis 8 Stunden, maximal 12 bis 24 Stunden nach der Exposition auf und klingen meist innerhalb einer Woche ab.

Bei einem leichtem Sonnenbrand wird zur Behandlung hauptsächlich die Kühlung der exponierten Stellen empfohlen. Bei einem schweren Sonnenbrand kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Jeder Sonnenbrand bzw. jede Strahlenschädigung erhöht das Risiko einer unkontrollierten Zellteilung. Einfach gesagt: die Bildung von bösartigen Tumoren.

 

Bräunungsschäden?

Nicht nur der knallrote Sonnenbrand schädigt die Haut. Jede Bräunung ist eine Abwehrreaktion der Haut auf die Sonnenstrahlung und zeigt an, dass die Haut verletzt wurde. Diese Strahlenbelastung summiert sich im Laufe des Lebens auf und so kann auch durch langsame, immer wieder auftretende kleine Sonnenschäden Hautkrebs entstehen. Die Haut vergisst die Strahlung nicht und deshalb gilt: Sonnenschutz muss sein!

 

Was kannst du tun? Sonnencreme schützt vor Schäden!

Sonnencreme enthält UV-Licht filternde Substanzen. So ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein konsequentes Eincremen vor Sonnenbrand, Hautkrebs und Hautalterung schützen kann.

 

Je höher der Lichtschutzfaktor, desto länger der Schutz

Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie viel länger Du dich der Sonne aussetzen kannst, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je nach Hauttyp und Bräunungsgrad kann die Eigenschutzzeit von wenigen Minuten bis zu ungefähr 30 Minuten variieren. Wenn Du etwa nach 10 Minuten ohne Sonnencreme errötest und eine Creme mit LSF 30 verwendest, verlängert sich der Sonnenschutz auf maximal 300 Minuten.

 

Nachcremen verlängert den Schutz nicht

Nachcremen verlängert den Schutz hingegen nicht - es erhält ihn nur. Bei dem Beispiel würde die Haut trotzdessen nach 300 Minuten eine Sonnenpause benötigen, vorsichtshalber schon etwas früher.

 

Sonnencreme in der Hautpflegeroutine

Die Sonnencreme ist der letzte Schritt in der morgendlichen Skincare-Routine und sollte nach dem Auftragen der individuellen Tagescreme folgen. Damit der versprochene Lichtschutzfaktor erreicht wird, müssen ungefähr 2 Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Das sind circa 6 Teelöffel für den Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen und 1 Teelöffel für das Gesicht. Etwa 30 Minuten dauert es, bis der Schutz wirkt. Daher ist es wichtig, dass Du die Sonnencreme früh genug aufträgst.

 

Rundum Sonnenschutz

Unter Bäumen oder Sonnenschirmen sind wir durch die Reflexion der Umgebungsstrahlung trotzdem noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen ausgesetzt. Ebenso schützen Wolken keineswegs vor UV-Strahlung. Und auch im Auto sind wir nicht ganz sicher. Obwohl Fensterglas die UVB-Strahlung filtern kann, gelangt die UVA-Strahlung ungehindert, besonders durch Seiten- und Rückfenster auf unsere Haut. Daher solltest Du zusätzlich zum Ein- und Nachcremen zu schützender Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille greifen. Ebenso solltest du die pralle Mittagssonne meiden und immer wieder Sonnenpausen einlegen.

Fazit: Die Sonne ist toll. Um sie ohne Folgen in vollen Zügen zu genießen, ist umfassender Sonnenschutz sehr wichtig. Denn nur so wird unsere Haut vor Sonnenbrand, Hautalterung und Hauterkrankungen wie Hautkrebs geschützt.

 

Quellen:

Kopera, D. (2014). Hautpflege. Hautnah, 13(5), 4-5.

Matthias, H. (1998). Haut, Allergie und Umwelt. Berlin: Springer.

Rensing, L. & Rippe, V. (2014). Haut und Haare. In L. Rensing & V. Rippe, Altern (S.54-69). Berlin: Springer.

Stege, H. & Mang, R. (2013). Effektiver Sonnenschutz für jeden Hauttyp. Asthetische Dermatologie und Kosmetologie, 10(5), 7-15. 

Ultraviolette Strahlung (Deutsches Krebsforschungszentrum)

Hautkrebs (Deutsche Krebshilfe)

Schutzreaktion der Haut (Bundesamt für Strahlenschutz)

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